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Projekte  / 2010  / LET’S  / 






Workshops / Ausstellung / Präsentation

Eröffnung: Freitag, 05. Februar / 19 Uhr
Ausstellung: 06. - 13. Februar
Präsentation: Samstag, 13. Februar / 19 Uhr



Die Ausstellung Let'S zeigt Reflexionen und Ergebnisse verschiedener
Knetanimations Workshops mit Jugendlichen aus Istanbul/Sulukule, Alexandria/El-Max, Berlin/Kreuzberg und Barcelona/El-Borne.


Auf der einen Seite reden wir über Globalisierung, auf der anderen Seite sind wir noch immer  erstaunt über all die Unterschiede in den verschiedenen Ländern - selbst in verschiedenen Arealen nur einer Stadt. Sich diese Unterschiede bewußt zu machen, kann jedoch mit dazu beitragen, die Bedeutung sozialer Werte zu begreifen.

Beim Projekt Let'S ging es deshalb um die Bildung einer kollektiven Produktion, um Solidarität und Selbstbewußtsein, die durch den Prozeß selbst geschaffen werden.

Seçil Yaylali wählte dafür vier Großstädte aus, die weit von einander entfernt sind und in keiner direkten Verbindung zueinander stehen. Doch obwohl die Kulturen und die Regionen sehr verschieden sind, sind die negativen, gesellschaftlichen Seiten ziemlich die Gleichen. Die ausgewählten Stadtteile* gelten aufgrund täglicher Gewalt als benachteiligt und problematisch. Viele der dort aufwachsenden Kinder und Jugendliche, werden vernachlässigt oder nicht respektiert.

An jedem Ort, arbeitete Seçil Yaylali jeweils mit einer gemeinützigen Organisation und einem Sozialarbeiter zusammen, die dort bereits in einem Gebiet bzw. mit einer Gruppe von jungen Menschen (Mädchen und Jungs zwischen 6-13 Jahren) tätig waren sowie mit einem jungen Künstler. Die entstandenen Gruppen lud Seçil Yaylali zu einer Reihe von Workshops ein in denen die TeilnehmerInnen lernen konnten, selbstständig einen Lehm-Animations-Kurzfilm zu erstellen, wie sie sich ausdrücken und Geschichten über ihre Umwelt und ihre Inspirationen erzählen können und wie sie die Gestaltungsmöglichkeit ihres eigenen Lebens durch die Wahrnehmung ihrer Umgebung erweitern können.

Warum Lehm-Animationen? Lehm ist ein wieder einsetzbares Material – leicht erhältlich für jeden. Die Modellierung der Charaktere macht Freude und es ist angenehm, dieses erdige Material zu berühren. Mit digitaler Fotografie ist die junge Generation vertraut oder sie ist neugierig sie zu erlernen. Ihre eigene Stimme über die Bilder zu legen ist sehr aufregend, eine Gruppe selbst zu organisieren und deren Arbeit selbst zu verteilen eine neue Erfahrung. Diese neuen Gestaltungsformen in Verbindung mit einer persönlichen Geschichte macht das Ganze zu einem Erlebnis.

Die Workshops zeigten, dass der Aufbau einer Beziehung zu physischen Umgebung für die jungen Menschen sehr wichtig sind, auch wenn bis dahin die meiste Zeit nicht ernsthaft darüber nachgedacht hatten. Zu lernen, sich mit einem anderen, künstlerischen Medium auszudrücken hilft die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen nachhaltig zu unterstützen.

Was Seçil Yaylali erfahren hat ist, dass die Art der Beteiligung an den Workshops, die  physischen Ergebnisse (die animierten Filme) derselben sowie die sozialen und psychologischen Ergebnisse jeweils völlig verschieden sind. An jedem Ort gab es Reflektionen über die spezifischen Gegebenheiten und Ereignisse.
Alle TeilnehmerInnen zeigten jedoch Betroffenheit über die Beziehungen zwischen den Menschen und wie schlecht sie sich gegenseitig behandeln.
Soziale und psychologische Nachwirkungen der Workshops können nur langfristig bewertet werden, jedoch waren seit dem ersten Tag der Workshops bis zu deren Ende die Änderungen der Einstellungen aller Beteiligten deutlich zu sehen. Es sieht so aus, dass die Jugendlichen eine Reifezeit in ihrem Leben erfahren haben – sie wurden offener und zeigten innerhalb der Gruppenarbeit mehr Willen zu Verantwortung.



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* Sulukule war für mehr als 1000 Jahre Viertel der Roma im Zentrum von Istanbul.
Zum Zeitpunkt der Workshops hatte die Regierung jedoch bereits damit begonnen, das Gebiet abzureißen, um neue Siedlungen zu bauen. Die Hälfte der Bewohner lebte bereits Zelten. Die Anderen warteten in ihren Häusern auf die Bulldozer, die sie rauswerfen sollten. Alle aber mußten in ihrem alltäglichen Leben fortfahren.

El-Max ist eines der alten Fischerdörfer auf beiden Seiten des Flusses. Da Alexandria rasant wächst, liegt es jetzt viel näher der Innenstadt. Das bedeutet eine Erhöhung der Bodenpreise und Interessen der Zerstörung der alten Bauten. Die Nachbarschaft ist zudem von chemischen Fabriken umgeben, die unmerklich die Luft chemisch verunreinigen.

Kreuzberg ist einer der zentralen Berliner Bezirke mit einer hohen Rate eingewanderter Bevölkerung. Die BewohnerInnen leben häufig unterhalb der Armutsgrenze. Der Bezirk hat  verschiedene Arten sozialer Probleme.

El Borne ist eine gentrifizierte Gegend in Barcelona, die sehr nahe beim Stadtzentrum liegt und viele verschiedene Einwanderer aus aller Welt beherbergt.
 


Wir danken für ihre Mitwirkung:

Istanbul /Sulukule, Sulukule Platformu; Sulukule Platformu ist ein freiwillig organisierter  Zusammenschluß von KünstlerInnen, SoziologInnen, AkademikerInnen und StudentInnen.
Elif Bursali
& Ezgi Güner / Sulukule Blog

Alexandria /El-Max, Gudran ist ein strukturierter Verein, der die kulturelle Entwicklung in verschiedenen Nachbarschaften in Alexandria unterstützt – er arbeitet mit kontinuierlichem Engagement.
Mohamed Ragap & Gözde Öngören
 /
Gudran

Berlin /Kreuzberg, Loyal e.V., hat zwei verschiedene Räume in verschiedenen Projekten des sozialen Wohnungsbaus. Er öffnet die Wohnungen ein paar Stunden wöchentlich und lädt junge Leute zu kommen und die Gemeinschaftsanlagen zu nutzen.
David Lubensky & Özgür Demirci


Barcelona /El Borne, Convent de Sant Agustí ist eine kulturelle Vereinigung, die über ein vielfältiges Angebot wie Ausstellungen, Workshops, Konzerte und eine Einrichtung für Kinder  verfügt.
Judith Agulla & Nihal Mumcu
 /
Convent de Sant Agustí



ein Projekt von Seçil Yaylalı




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